Im Keller meines Vaters finde ich ein unerwartetes Archiv: rund 2000 Dias auf Kodachrome, entstanden zwischen 1965 und 1985. Der Fotograf ist unbekannt, die Menschen auf den Bildern größtenteils namenlos. Die Aufnahmen zeigen Reisen durch die USA, Österreich und das südliche Afrika – durchzogen von den satten Farben eines Materials, das selbst Erinnerung geworden ist.
Der Fund wird zur persönlichen Zeitreise in eine Welt, die rückblickend offen und möglich erscheint. Fast ohne biografischen Kontext entsteht Nähe durch Imagination. Die Bilder bleiben Fragmente – und laden dazu ein, eigene Erinnerungen und Sehnsüchte darin zu verorten.
Diese Ausstellung ist keine Aufarbeitung, keine biografische Rekonstruktion. Sie ist eine Begegnung. Mit einem fremden Blick. Mit einem familiären Fund. Und mit der leisen Frage, was von unseren Bildern bleibt, wenn niemand mehr da ist, um ihre Geschichte zu erzählen.